ImmunDefektCentrum der Charité
Zelle
zur Startseite Aktuelle Informationen ImmunDefektCentrum Berlin Suche nach weiteren Centren Kontaktformular
IDCC
Tipps zur Suche
12 PID-Warnzeichen

Störungen des Immunsystems Newsletter abonieren Impressum Verweise zu anderen Internetseiten Sponsoren PID - Informationen Altersabhängige Normalwerte Elemente des Immunsytems Weitere Selbsthilfegruppen IDCC Berlin

zur Übersicht

Immunsystem

Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroben versuchen ständig, in unseren Körper einzudringen. Um gesund zu blieben, müssen wir täglich Millionen von ihnen abwehren. Der menschliche Körper verteidigt sich gegen Mikroben mit Hilfe des Immunsystems. Die erste Verteidigungslinie ist die Haut. Bereiche, die nicht von Haut bedeckt sind, wie die Augen, der Mundbereich, die Lungen, der Verdauungstrakt und alle weiteren Körperöffnungen sind besonders verwundbar, aber sie haben eigene Abwehrsysteme, die v.a. in den Sekreten der Schleimhaut, den Tränen, und im Speichel enthalten sind, die bestimmte Arten von Bakterien töten können.

Man kann das Immunsystem in zwei Bereiche mit jeweils zwei Unterbereichen einteilen. Man unterscheidet zum einen das sogenannte "angeborene" Immunsystem und das sogenannte "erworbene" Immunsystem.

Die Bestandteile des angeborenen Teil des Immunsystems sind von Geburt an vorhanden und voll funktionsfähig. Man unterscheidet innerhalb dieses Systems zwischen den Zellen (= zelluläres, angeborenes Immunsystem) und löslichen Botenstoffen (= humorales, angeborenes Immunsystem). Die Hauptzellen des angeborenen Immunsystems sind die "Fresszellen", medizinisch auch "Granulozyten", "Monozyten" und "Makrophagen" genannt. Alle diese Zellsorten gehören zu den weißen Blutkörperchen. Wie ihr Name schon sagt, ist ihre Hauptfunktion das Auffressen von Krankheitserregern. Das Hauptsystem von Botenstoffen des angeborenen Immunsystems, dem "humoralen" Anteil also, ist das Komplementsystem. Das Komplementsystem wird durch Antikörper (s.u.) oder Bakterienbestandteile aktiviert und hat verschiedenen Funktionen: Es lockt Entzündungszellen, also weiße Blutkörperchen an und verbessert deren Funktion, es zerstört Krankheitserreger aber auch direkt.

Auch zum erworbenen Anteil des Immunsystems gehören Zellen und Botenstoffe. Auch diese Bestandteile sind von Geburt an vorhanden, aber sie müssen erst noch ausreifen, weshalb sie als "erworbener" Anteil bezeichnet werden. Was v.a. zum Zeitpunkt der Geburt noch fehlt, ist das sogenannte "Gedächtnis" oder die "Immunität", die dazu führen, daß man immer nur einmal an einem bestimmten Erreger erkrankt. Kommt man ein zweites Mal mit einem solchen Erreger in Kontakt, dann wird durch die Gedächtnisfunktion dieser Erreger sofort erkannt und unschädlich gemacht. Diese Funktion entwickelt sich erst nach der Geburt des Kindes, weshalb Kinder in den ersten Lebensjahren auch mehr Infektionen haben, als später.

Die Zellen des erworbenen Immunsystems heißen T-Zellen und B-Zellen, beide sind Untergruppen der weißen Blutkörperchen. Die T-Zellen können Krankheitserreger direkt selbst abtöten, die dann von Fresszellen aufgefressen werden. Fast noch wichtiger ist allerdings, daß die T-Zellen die anderen Zellen des Immunsystems, also z.B. die Fresszellen oder die B-Zellen steuern.

Die B-Zellen sind v.a. notwendig, da sie die Antikörper, wichtige lösliche, also humorale, Stoffe des erworbenen Immunsystems bilden. Antikörper sind Eiweiße, die in ihrer Form einem Y ähneln. Antikörper können Mikroben erkennen. Das Gabelende des Y ist der Teil des Antikörpers, der sich an die Mikrobe anheftet. Der Anfang der Gabel wird von unterschiedlichen Zellen des Immunsystems erkannt, die dadurch die Mikroben als schädliche Krankheitserreger erkennen könne. Antikörper sind also wie kleine Fahnen, die auf Krankheitserreger gesteckt werden, um den Zellen des Immunsystems diese Krankheitserreger zu zeigen. Alle Antikörper werden von B-Lymphozyten (B- Zellen) produziert. Jede Krankheit, die der Entwicklung oder der Funktion von B-Zellen schadet, verursacht eine Verminderung der Antikörper.

Im Blut gibt es fünf Arten von Antikörpern (Immunglobuline): IgG, IgA, IgM, IgD, IgE. Das Immunglobulin IgG hat den größten Einfluß im Blut, gefolgt von IgM und IgA. IgD und IgE sind nur in geringen Mengen im Blut vorhanden und sind nur geringfügig an der Verteidigung gegen Infektionen beteiligt. Das IgG läßt sich nochmal in vier Untergruppen einteilen, IgG1, IgG2, IgG3, IgG4, die alle unterschiedliche Funktionen bei der Erregerabwehr haben.

Alle Teile des Immunsystems arbeiten zusammen, so dass, wenn ein Teil nicht richtig funktioniert, auch andere Teile betroffen sein können. Daher ist es oft notwendig bei einem bestimmten Immundefekt auch andere Bereiche des Immunsystems zu untersuchen, um herauszufinden, ob die anderen Bereiche auch betroffen sind.

Wichtig ist für alle Patienten mit Immundefekten, dass bestimmte Vorsichtsmaßnahmen eingehalten werden. Dazu zählt das sofortige Säubern und Desinfizieren von Wunden und regelmäßiges Händewaschen. Außerdem sollten andere Personen mit aktiven Infektionen soweit es geht gemieden werden, in den Wintermonaten auch größere Menschenansammlungen, um Ansteckungen zu vermeiden.

Schließlich sollte der Patient sich darüber im klaren sein, daß es bei Patienten mit Immundefekten keine harmlosen Infekte gibt. Auch harmlose Infekte oder körperliche Veränderungen sollten durch einen Arzt abgeklärt werden, da Infektionen bei einem Patienten mit Immundefekt sehr rasch fortschreiten können und sich aus einem scheinbar harmlosen Infekt rasch eine bedrohliche Infektion entwickeln kann.